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Mühlholz: Mit der Natur - nicht dagegen

Der Kompostwender kann an einen Traktor angebaut werden und mischt, wendet und lockert die Erde. © Alexander Kaiser/Lichtlinien

#PRAXIS | Johannes und Ines Mittermair aus Mühlholz im Mühlviertel warten nicht auf die Energiewende. Sie packen sie seit Jahren regional an. Hier machts die Mischung: aus eigener Landwirtschaft, nachhaltiger Produktion und einer Werkstatt, die auf Cortenstahl-Hochbeete, aber auch auf die Konstruktion und Fertigung eines Kompostwenders setzt. Eine moderne Familie

 

mit einem hohen Ziel: dem Plus-Energiehof.

Idyllisch ist für Mühlholz fast zu wenig. Hier ist die Welt noch in Ordnung, könnte man sagen. Hier leben Mensch und Natur nicht nur nebeneinander, sondern miteinander. Johannes Mittermair hat hier seine Leidenschaft zum Beruf gemacht: Seine Hochbeete aus Cortenstahl oder Qualitätsstahl (Baustahl) sind seit 2018 ein Teil des Geschäftsmodells „Mühlholz“. Hinterm Haus befinden sich Kompostmieten, in denen Mikroorganismen arbeiten und der Region immer frischen, natürlichen Humus liefern. Johannes Mittermair hat hierfür einen Kompostwender konstruiert und gefertigt: „Dieser wird in der kommunalen sowie landwirtschaftlichen Kompostierung verwendet. Es ist ein Traktoranbaugerät zum Mischen, Wenden und Auflockern der Kompostmieten. Interessant ist das für Gemüsebetriebe, Gartengestalter, Landwirte und Kompostierer. Wir bauen die Kompostwender in Kleinserien, Schachermayer liefert uns die gesamte Befestigungstechnik.“

Er selbst ist Absolvent der HTL-Mechatronik in Linz und hat fünf Jahre bei einer Sondermaschinenbaufirma gearbeitet und fünf Jahre bei einer Firma, die Lifte für Menschen mit besonderen Bedürfnissen herstellt. Zudem besuchte Johannes Mittermair wie seine Frau Ines die BioSchule Schlägl. Der Weg in die Selbstständigkeit kam eher zufällig: Als Kräuterliebhaber entwickelte er den Kräutertrockenturm, die nächsten Schritte folgten. Heute, sagt er, verkauft er nur etwas, mit dem er selbst arbeitet und Erfahrung hat.

Naturtöne

So kam er auch auf die Idee, Hochbeete aus Cortenstahl und Baustahl in seiner Werkstatt herzustellen. Aus eigener schlechter Erfahrung, wie er erzählt: „Wir hatten selbst zwei Hochbeete aus Lärchenholz, aber trotz Noppenfolie wurden diese nach drei Jahren morsch, das Holz verzog sich.“ Die Idee für hochwertige, langlebige, pflegeleichte und robuste Hochbeete aus Stahl war geboren. Der Vorteil liegt zudem darin, dass Schnecken, „laut eigener empirische Studie“ den Weg ins Beet hinauf nicht finden und der Stahl Wärme an die Erde abgibt. Besonderer Hingucker ist natürlich die schicke und moderne Rostoptik, die sich nach etwa einem Jahr bildet. Die Beete haben eine lange Lebensdauer über 15 Jahre und mehr, denn Cortenstahl enthält im Gegensatz zu Qualitätsstahl circa ein Prozent Kupfer und Chrom und das macht die Beete bereits wesentlich witterungs- und korrosionsbeständiger. Schachermayer liefert für die Hochbeete spezielle Schrauben ohne Prägung inklusive Muttern sowie Verpackungsmaterial für den Versand.

Gesamtkonzept

Der Plus-Energiehof ist das Ziel der Familie Mittermair: Also ein Hof, der mehr Energie erzeugt als verbraucht. Bereits heute wird dies teilweise umgesetzt, mit eigenem Brunnen, kleinem Mischwald, einer Holzheizung und einer Fotovoltaikanlage. Johannes Mittermair setzt auf ein Gesamtprodukt. Das heißt: Wer bei ihm ein Hochbeet kauft, kann auch gleich hochwertige Erde beziehen. Von der Befüllung mit Ästen rät er ab, da die Erde bereits nach kurzer Zeit absinkt. Der Geschäftsmann hat die Lösung bereits parat: „Wir machen aus dem Holz unseres Waldes Hackschnitzel, verpacken sie in Papiersäcken für die perfekte unterste Schicht im Hochbeet. Und die Verpackung verrottet gleich mit.“ Gelebte Nachhaltigkeit in Reinkultur. Wir freuen uns, dass wir mit Produkten aus den Bereichen Befestigungsmaterial, Werkzeug und Lagertechnik ein Teil dieses Erfolgsprojekts sein dürfen.

Mehr Infos: Mühlholz

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